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Optionskette richtig lesen: Bid, Ask, Strike, Delta, Volatilität und Open Interest erklärt

Optionskette richtig lesen: Erfahre, was Bid, Ask, Strike, Delta, Volatilität und Open Interest bedeuten und wie Du Optionen systematisch analysierst.

Was ist eine Optionskette?

Wenn Du mit Optionen arbeitest, führt kaum ein Weg an der Optionskette vorbei. Sie zeigt Dir, welche Optionen für einen Basiswert verfügbar sind und zu welchen Konditionen sie gehandelt werden können.

Auf den ersten Blick wirkt eine Optionskette allerdings schnell unübersichtlich. Viele Zahlen stehen nebeneinander: verschiedene Strikes, Laufzeiten, Geld- und Briefkurse, Volumen, Open Interest, implizite Volatilität und häufig auch das Delta.

Für einen Stillhalter ist die Optionskette kein reines Informationsfenster. Sie ist ein Werkzeug für die Trade-Konstruktion.

Du willst nicht einfach sehen, welche Option die höchste Prämie bietet. Du willst verstehen, warum diese Prämie so hoch oder niedrig ist, wie liquide die Option ist, welchen Abstand der Strike zum Aktienkurs hat und welches Risiko Du mit dem Verkauf übernimmst.

Genau deshalb lohnt es sich, die Optionskette systematisch zu lesen.

Die grundlegende Frage lautet nicht:

Welche Option zahlt die höchste Prämie?

Sondern:

Welche Kombination aus Basiswert, Strike, Laufzeit, Prämie, Wahrscheinlichkeit und Liquidität passt zu meinem geplanten Trade?


Die wichtigsten Bestandteile einer Optionskette

Eine typische Optionskette enthält unter anderem folgende Angaben:

Begriff Bedeutung
Strike Ausübungspreis der Option
Bid aktueller Geldkurs
Ask aktueller Briefkurs
Spread Differenz zwischen Bid und Ask
Last zuletzt gehandelter Preis
Volumen Anzahl der an diesem Tag gehandelten Kontrakte
Open Interest Anzahl offener Optionspositionen
Laufzeit Zeitpunkt, an dem die Option verfällt
IV implizite Volatilität
Delta Sensitivität des Optionspreises gegenüber einer Veränderung des Basiswerts

Nicht jede Handelsplattform stellt diese Werte exakt gleich dar. Die Begriffe und ihre Funktion bleiben jedoch grundsätzlich vergleichbar.


1. Der Strike: Zu welchem Preis wird die Aktie gekauft oder verkauft?

Der Strike – auch Ausübungspreis genannt – ist einer der wichtigsten Werte einer Option.

Bei einem Call gibt der Strike den Preis an, zu dem der Käufer der Option den Basiswert kaufen kann.

Bei einem Put gibt der Strike den Preis an, zu dem der Käufer der Option den Basiswert verkaufen kann.

Für den Stillhalter ist der Strike besonders wichtig, weil er mit seiner Verpflichtung verbunden ist.

Beispiel Covered Call

Du besitzt 100 Aktien zu einem Kurs von 100 € und verkaufst einen Call mit einem Strike von 110 €.

Wenn die Option ausgeübt wird, musst Du die 100 Aktien zu 110 € je Aktie verkaufen.

Der Strike liegt damit 10 € beziehungsweise 10 % über Deinem Einstiegskurs.

Beispiel Cash-Secured Put

Die Aktie steht bei 100 €. Du verkaufst einen Put mit einem Strike von 90 €.

Wenn es zum Assignment kommt, musst Du die Aktien zu 90 € kaufen.

Der Strike liegt also 10 % unter dem aktuellen Aktienkurs.

Damit wird bereits deutlich, warum der Strike nicht isoliert betrachtet werden sollte. Er beschreibt nicht nur eine Zahl in der Optionskette, sondern einen möglichen zukünftigen Transaktionspreis.


2. Bid und Ask: Was Du tatsächlich für eine Option bekommst

Bid und Ask gehören zu den wichtigsten Angaben für einen Stillhalter.

Der Bid ist der aktuelle Geldkurs. Er zeigt vereinfacht gesagt, welchen Preis Käufer derzeit zu zahlen bereit sind.

Der Ask ist der aktuelle Briefkurs. Er zeigt, zu welchem Preis Verkäufer derzeit anbieten.

Wenn eine Option beispielsweise so notiert:

Bid: 2,80 €
Ask: 3,10 €

beträgt die Differenz:

3,10 € − 2,80 € = 0,30 €

Diese Differenz wird als Bid-Ask-Spread bezeichnet.

Für einen Verkäufer ist besonders wichtig, dass der theoretisch angezeigte Optionspreis nicht automatisch dem Preis entspricht, den Du bei einer Order tatsächlich erzielen kannst.

Wenn Du eine Option verkaufen möchtest, orientierst Du Dich deshalb nicht blind am angezeigten letzten Kurs.

Ein Markt mit einem engen Spread ist in der Regel handelbarer als ein Markt mit einem sehr großen Abstand zwischen Bid und Ask.


3. Warum der Bid-Ask-Spread so wichtig ist

Stell Dir zwei Optionen vor.

Option A Option B
Bid 2,90 € 2,50 €
Ask 3,10 € 3,50 €
Spread 0,20 € 1,00 €

Beide Optionen können auf den ersten Blick interessant aussehen.

Bei Option A beträgt der Spread nur 0,20 €. Bei Option B beträgt er 1,00 €.

Das ist ein erheblicher Unterschied.

Ein großer Spread kann bedeuten, dass Du beim Ein- oder Ausstieg weniger günstig handeln kannst. Besonders bei einer späteren Anpassung oder beim Schließen einer Position kann dieser Unterschied relevant werden.

Für den Stillhalter bedeutet Liquidität deshalb nicht nur Komfort. Sie kann Bestandteil der wirtschaftlichen Qualität eines Trades sein.


4. Last: Der letzte gehandelte Preis

Viele Optionsketten zeigen zusätzlich den Wert Last.

Er bezeichnet den zuletzt ausgeführten Handel.

Das Problem: Der letzte Handel kann bereits einige Zeit zurückliegen.

Angenommen, eine Option wurde zuletzt zu 3,00 € gehandelt. Inzwischen stehen Bid und Ask aber bei 2,60 € beziehungsweise 3,40 €.

Dann solltest Du die 3,00 € nicht automatisch als aktuellen fairen oder erzielbaren Preis betrachten.

Für die Beurteilung einer handelbaren Option sind Bid und Ask häufig aussagekräftiger als ein einzelner alter Last-Preis.

Das gilt besonders bei Optionen mit geringem Volumen.


5. Open Interest: Wie viele Positionen sind noch offen?

Das Open Interest bezeichnet die Anzahl der offenen Optionskontrakte.

Dabei geht es nicht einfach darum, wie viele Optionen heute gehandelt wurden. Open Interest und Tagesvolumen sind zwei unterschiedliche Größen.

Ein Beispiel:

Eine Option hat ein Tagesvolumen von 1.500 Kontrakten und ein Open Interest von 8.000 Kontrakten.

Das bedeutet nicht, dass heute 8.000 Kontrakte gehandelt wurden.

Das Tagesvolumen beschreibt die Handelsaktivität innerhalb des betrachteten Handelstages. Das Open Interest beschreibt dagegen die offenen Positionen.

Für den Stillhalter ist Open Interest ein wichtiger Hinweis auf die Handelbarkeit einer Option. Es sollte jedoch niemals isoliert betrachtet werden.

Ein hohes Open Interest garantiert keinen engen Spread.

Deshalb gilt:

Open Interest ansehen – danach Bid und Ask prüfen.


6. Volumen: Wie aktiv wird die Option gehandelt?

Das Volumen zeigt, wie viele Kontrakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums gehandelt wurden, typischerweise an einem Handelstag.

Ein höheres Volumen kann auf einen aktiveren Markt hindeuten.

Aber auch hier gilt: Eine einzelne Kennzahl reicht nicht aus.

Eine Option kann beispielsweise ein hohes Tagesvolumen aufweisen, gleichzeitig aber einen ungünstigen Spread haben. Umgekehrt kann eine Option mit geringerem Tagesvolumen trotzdem ordentlich handelbar sein.

Deshalb solltest Du Volumen, Open Interest und Bid-Ask-Spread gemeinsam betrachten.


7. Laufzeit: Wie lange besteht die Verpflichtung?

Jede Option besitzt eine bestimmte Laufzeit.

In der Optionskette findest Du deshalb mehrere Verfallstermine. Du kannst beispielsweise Optionen mit wenigen Tagen, mehreren Wochen oder mehreren Monaten Restlaufzeit sehen.

Die Laufzeit beeinflusst unter anderem:

  • die Optionsprämie,
  • den Zeitwert,
  • das Theta,
  • das Gamma,
  • die Flexibilität des Managements,
  • und die Dauer Deiner Verpflichtung.

Eine längere Laufzeit bedeutet nicht automatisch einen besseren Trade.

Ebenso ist eine kurze Laufzeit nicht automatisch überlegen.

Die Laufzeit muss zum geplanten Trade und zum gewünschten Management passen.

Genau deshalb behandelt das Buch die Laufzeit später als eigenständigen Bestandteil der Trade-Konstruktion.


8. Implizite Volatilität: Warum manche Optionen teuer wirken

Die implizite Volatilität, häufig als IV bezeichnet, ist eine zentrale Größe im Optionshandel.

Sie beschreibt vereinfacht die vom Markt eingepreiste erwartete Schwankungsintensität des Basiswerts.

Steigt die erwartete Schwankung, können Optionspreise steigen. Das ist einer der Gründe, warum Optionen vor bestimmten Ereignissen teilweise deutlich höhere Prämien aufweisen.

Für den Stillhalter ist das interessant, weil eine höhere implizite Volatilität häufig mit höheren Optionsprämien verbunden ist.

Aber genau hier liegt eine wichtige Falle:

Eine hohe Prämie ist nicht automatisch ein besserer Trade.

Eine hohe implizite Volatilität kann nämlich gleichzeitig darauf hinweisen, dass der Markt größere Bewegungen erwartet.

Die höhere Prämie kann damit die Vergütung für ein höheres Risiko darstellen.


9. Delta: Ein wichtiger Orientierungspunkt für den Stillhalter

Das Delta gehört zu den bekanntesten Optionskennzahlen.

Es beschreibt, wie stark sich der Preis einer Option bei einer Veränderung des Basiswerts theoretisch verändert.

Bei einem Call liegt das Delta typischerweise zwischen 0 und 1.

Bei einem Put wird das Delta häufig negativ dargestellt und liegt typischerweise zwischen 0 und −1.

Für Stillhalter ist Delta zusätzlich interessant, weil es als Orientierung für die Lage einer Option relativ zum aktuellen Aktienkurs verwendet werden kann.

Eine Option mit einem niedrigeren absoluten Delta liegt häufig weiter außerhalb des aktuellen Kurses als eine Option mit einem höheren absoluten Delta.

Das bedeutet aber nicht:

Delta = sichere Wahrscheinlichkeit.

Delta kann als Näherung für die Wahrscheinlichkeit genutzt werden, dass eine Option bei Verfall im Geld liegt, aber diese Interpretation ist vereinfacht und darf nicht mit einer Garantie verwechselt werden.


10. Ein Beispiel: Zwei mögliche Covered Calls

Nehmen wir an, eine Aktie steht bei 100 €.

Du besitzt 100 Aktien und möchtest einen Covered Call verkaufen.

In der Optionskette findest Du beispielsweise:

Strike Prämie Delta Abstand zum Aktienkurs
105 € 2,40 € 0,38 +5 %
110 € 1,30 € 0,22 +10 %

Der Call mit Strike 105 € bringt die höhere Prämie.

Dafür liegt der Strike näher am aktuellen Aktienkurs.

Beim 110-€-Call ist die Prämie niedriger, dafür liegt der Strike weiter entfernt.

Es gibt hier keine pauschal richtige Entscheidung.

Du musst zunächst klären, was Du mit dem Covered Call erreichen willst.

Wenn Du bereit bist, die Aktie bereits bei 105 € abzugeben, kann der erste Strike grundsätzlich in Betracht kommen.

Wenn Du dagegen einen größeren Abstand zum aktuellen Aktienkurs bevorzugst, kann der 110-€-Strike interessanter sein.

Die Optionskette liefert Dir also keine fertige Entscheidung. Sie liefert Dir die Daten, aus denen Du eine Entscheidung ableitest.


11. Optionsketten nicht nach der höchsten Prämie sortieren

Ein häufiger Anfängerfehler besteht darin, einfach die Option mit der höchsten Prämie auszuwählen.

Das klingt zunächst logisch:

Höhere Prämie = höheres Einkommen.

So einfach ist es aber nicht.

Eine hohe Prämie kann beispielsweise durch eine hohe Volatilität, einen Strike nahe am aktuellen Kurs oder eine besondere Marktsituation entstehen.

Deshalb sollte die Prämie immer im Zusammenhang mit anderen Größen betrachtet werden.

Für einen Stillhalter sind mindestens diese Fragen relevant:

Wie weit liegt der Strike vom aktuellen Kurs entfernt?

Wie hoch ist die implizite Volatilität?

Wie liquide ist die Option?

Wie groß ist der Bid-Ask-Spread?

Wie lange läuft die Option?

Welches Ergebnis entsteht bei einem starken Kursanstieg oder Kursrückgang?

Erst aus dieser Kombination entsteht ein brauchbares Bild.


12. Eine Optionskette systematisch lesen

Du kannst die Optionskette in einer festen Reihenfolge analysieren.

Schritt 1: Basiswert prüfen

Bevor Du überhaupt auf die Prämie schaust, sollte der Basiswert zu Deiner Strategie passen.

Bei einem Covered Call bedeutet das insbesondere: Du musst bereit sein, die Aktie gegebenenfalls zum Strike abzugeben.

Beim Cash-Secured Put bedeutet es: Du musst bereit sein, die Aktie gegebenenfalls zum Strike zu kaufen.

Schritt 2: Laufzeit auswählen

Lege zunächst fest, welche Laufzeit grundsätzlich zu Deinem Trade passt.

Schritt 3: Strikes vergleichen

Betrachte mehrere Strikes statt nur einer einzelnen Option.

Schritt 4: Bid und Ask prüfen

Ein attraktiver theoretischer Optionspreis nützt wenig, wenn die tatsächliche Handelbarkeit schlecht ist.

Schritt 5: Open Interest und Volumen ansehen

Diese Werte helfen Dir dabei, die Marktaktivität einzuschätzen.

Schritt 6: IV und Delta einordnen

Jetzt kannst Du besser beurteilen, wie die Prämie und die Positionierung zusammenpassen.

Schritt 7: Ergebnis durchrechnen

Erst danach solltest Du das mögliche Ergebnis, den Break-even und das Risiko betrachten.


13. Beispiel für einen vollständigen Optionsketten-Check

Nehmen wir erneut eine Aktie bei 100 €.

Du prüfst einen Covered Call mit 30 Tagen Restlaufzeit.

Die Auswahl könnte beispielsweise so aussehen:

Kennzahl Wert
Aktienkurs 100 €
Strike 105 €
Bid 2,20 €
Ask 2,40 €
Spread 0,20 €
Delta 0,38
IV 24 %
Open Interest 6.500
Tagesvolumen 1.200

Was sagt Dir diese Tabelle?

Der Strike liegt 5 % über dem aktuellen Aktienkurs.

Der Spread beträgt 0,20 € und ist damit deutlich kleiner als bei einer Option mit einem sehr breiten Markt.

Das Open Interest zeigt, dass bereits offene Positionen vorhanden sind, während das Tagesvolumen zusätzliche Information über die aktuelle Handelsaktivität liefert.

Das Delta gibt Dir einen weiteren Anhaltspunkt für die Position der Option.

Die IV hilft Dir, die Höhe der Prämie im Kontext der erwarteten Schwankung zu betrachten.

Noch immer ist damit aber nicht beantwortet, ob der Trade gut ist.

Dafür musst Du die Position in das Gesamtbild einordnen.


14. Die Optionskette ist ein Werkzeug, kein Entscheidungssystem

Das ist ein wichtiger Punkt.

Die Optionskette zeigt Dir Marktdaten. Sie entscheidet nicht für Dich.

Du kannst eine technisch attraktive Optionskette vor Dir haben und trotzdem einen schlechten Trade eingehen, wenn der Basiswert nicht zu Deiner Strategie passt.

Beispielsweise kann eine Aktie eine außergewöhnlich hohe Optionsprämie bieten, weil ein stark bewegendes Ereignis bevorsteht.

Die Prämie sieht dann attraktiv aus.

Das eigentliche Risiko kann aber ebenfalls deutlich erhöht sein.

Deshalb sollte die Analyse immer in zwei Ebenen erfolgen:

Ebene 1: Ist die Option handelbar und sinnvoll konstruiert?

Ebene 2: Ist der zugrunde liegende Basiswert für mein Stillhaltergeschäft geeignet?

Erst wenn beide Ebenen zusammenpassen, wird aus einer Optionskette eine brauchbare Grundlage für einen Trade.


15. Häufige Fehler beim Lesen einer Optionskette

Nur auf die Prämie schauen

Eine hohe Prämie ist kein Qualitätsmerkmal für sich.

Last mit dem tatsächlich erzielbaren Preis verwechseln

Der letzte gehandelte Kurs kann bereits veraltet sein.

Den Spread ignorieren

Ein großer Bid-Ask-Spread kann Ein- und Ausstieg verteuern.

Open Interest mit Volumen verwechseln

Open Interest und Tagesvolumen messen unterschiedliche Dinge.

Delta als Garantie verstehen

Delta ist eine Kennzahl und keine Zusicherung, wie sich die Option entwickeln wird.

Hohe IV automatisch als Chance betrachten

Hohe implizite Volatilität kann höhere Prämien ermöglichen, aber gleichzeitig auf erhöhte Unsicherheit und größere erwartete Bewegungen hinweisen.

Den Basiswert vergessen

Die beste Optionskette macht keinen schlechten Basiswert zu einem guten Stillhaltergeschäft.


16. Die Optionsketten-Checkliste

Bevor Du einen Optionsverkauf konstruierst, kannst Du die folgenden Punkte prüfen:

  • Habe ich den aktuellen Aktienkurs geprüft?
  • Habe ich mehrere Strikes miteinander verglichen?
  • Kenne ich Bid und Ask?
  • Ist der Bid-Ask-Spread akzeptabel?
  • Habe ich Last nicht mit dem aktuellen handelbaren Preis verwechselt?
  • Habe ich Open Interest und Volumen geprüft?
  • Kenne ich die Restlaufzeit?
  • Habe ich die implizite Volatilität eingeordnet?
  • Habe ich das Delta verstanden?
  • Habe ich das mögliche Ergebnis bei verschiedenen Kursentwicklungen berechnet?
  • Bin ich mit dem möglichen Assignment einverstanden?
  • Passt der Basiswert grundsätzlich zu meinem Stillhalter-Ansatz?

Wenn Du diese Fragen beantworten kannst, liest Du eine Optionskette nicht mehr nur ab. Du beginnst, sie als Entscheidungsinstrument zu verwenden.


Was Du aus einer Optionskette wirklich mitnehmen solltest

Eine Optionskette kann auf den ersten Blick wie eine Tabelle voller Zahlen aussehen. Für den Stillhalter steckt darin jedoch die komplette Grundlage für die Konstruktion eines Optionsgeschäfts.

Der Strike bestimmt die mögliche Verpflichtung. Bid und Ask zeigen Dir, wie der Markt aktuell quotiert. Der Spread gibt einen Hinweis auf die Handelbarkeit. Open Interest und Volumen helfen bei der Einschätzung der Marktaktivität. Die Laufzeit bestimmt, wie lange die Position besteht. Die implizite Volatilität hilft Dir, die Höhe der Prämie einzuordnen. Das Delta liefert eine zusätzliche Sensitivitäts- und Positionierungskennzahl.

Keine dieser Größen sollte isoliert betrachtet werden.

Der entscheidende Schritt besteht darin, die einzelnen Informationen miteinander zu verbinden.

Genau hier beginnt der Unterschied zwischen dem bloßen Verkauf einer Option und einem systematischen Stillhalteransatz.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Bildung und stellt keine individuelle Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Optionen dar.

Über den Autor: Marc Arndt

Finanzenthusiast und passionierter Verfechter der Dividendenstrategie. Teilt sein Wissen, um anderen den Weg zur finanziellen Unabhängigkeit im DACH-Raum zu erleichtern.